(Wurfleine) Werfen
Auf einem großen Schiff hat man ein Problem. Das Schiff kann nicht bis ganz an
die Kaimauer im Hafen fahren. Ein paar Meter fehlen immer. Oder es muß von
einem Schlepper in den Hafen gezogen werden. In beiden Fällen muß eine Leine
vom großen Schiff auf den Schlepper bzw. an die Kaimauer gebracht werden. Nun
kann man ja nicht einfach über das Wasser gehen und hinlaufen. Also bleibt nur
werfen! Da bei einem großen Schiff die Festmacherleinen immens dick und damit
sehr schwer sind, kann man sie nicht werfen. Nun, die Seeleute haben dafür eine
Lösung gefunden. Man wirft zuerst eine kleine, leichte Leine hinüber. Eben die
Wurfleine! Damit sie überhaupt richtig geworfen werden kann und fliegt, war sie
früher am vorderen Ende mit einem dicken Knoten beschwert. Heutzutage hängt an
dieser Stelle ein mit Sand gefülltes Säckchen. Ist die Wurfleine am Ziel
angekommen, bindet man auf der anderen Seite der Leine die eigentliche schwere
Festmacherleine an. Der Helfer auf dem Schlepper bzw. an Land kann nun die
schwere Leine ganz bequem mittels der Wurfleine herüberziehen.
|
|
Beim Wurfleinewerfen kommt es darauf an, daß man sehr zielgenau wirft, sonst
fällt die Leine ins Wasser und kann vom Gegenüber auf dem Schlepper bzw. an
Land nicht erreicht werden. Auch müssen oft viele Meter überbrückt werden,
somit ist auch die Wurfweite entscheidend.
Aus dieser Tätigkeit der seemännischen Praxis resultiert eine weitere
Wettkampfdisziplin in der DMJ, das Wurfleinewerfen. Hierbei ist eine Wurfleine
so weit und so zielgenau wie möglich auf einer abgesteckten Bahn zu werfen. Es
gibt viele Techniken um eine möglichst große Weite bei gleichzeitiger
Zielgenauigkeit zu erreichen. Welche und wie man sie anwendet kann man bei uns
lernen.
|
|